Alles über Dessous

Alle gängigen Dessous im Überblick:

Slips & Co.

Slip, Schlüpfer oder Unterhose:
Obwohl anderen Ursprungs, bezeichnen diese Begriffe mehr oder weniger das gleiche Wäschestück - nämlich einen klassischen, den Po komplett bedeckenden Slip mit eher niedrigem Beinausschnitt und geradem Bund.
Früher wurde diese Art von Unterbekleidung - damals noch umständlich mit Bändern und Knöpfen zu verschließen - bei Mann und Frau schlicht Unterhose genannt.
Erst mit dem Aufkommen elastischer Materialien zu Beginn des 20. Jh. kam der Begriff "Schlüpfer", also eine Unterhose zum schnellen "Hineinschlüpfen" auf. Er ist angelehnt an den englischen Begriff "Slip", der jedoch übersetzt eigentlich "Unterrock" bedeutet.
Später wurde das als altmodisch empfundene Wort "Schlüpfer" jedoch immer öfter durch die Bezeichnung "Slip" ersetzt.
Heute bezeichnet "Slip" für gewöhnlich eine eher knappe Unterhose ohne Beinansatz und "Schlüpfer" eine weiter geschnittene, bequeme (Baumwoll-)Unterhose mit leichtem Beinansatz.
Nachdem der Slip in den 1990er Jahren teilweise fast vollständig vom String verdrängt wurde, wird er heute langsam wieder modern.
Sein Nachteil bleibt jedoch, dass er sich unter engen Hosen oder Röcken abzeichnet. Hier sollte man nach wie vor lieber zum Tanga oder Panty greifen.

Hüftslip:
Ein Hüftslip ist eine etwas weiter geschnittene Unterhose, die - wie der Name schon sagt - auf der Hüfte sitzt, da sie einen eher niedrigen Bund hat. Der Beinausschnitt ist ebenfalls eher niedrig geschnitten, aber nicht so gerade, wie beim Panty. Besonders in den 1970er Jahren war dieses Modell bei jungen Frauen sehr beliebt.

Jazzpants:
Nicht zuletzt Dank Jane Fonda haben die "Jazzpants" sich in den 1980ern ihren Weg aus der Gymnastikbekleidung in unsere Wäscheschubladen gebahnt. Es handelt sich dabei um einen eng geschnittenen Taillenslip mit sehr hohem Beinausschnitt (auch "französischer Beinausschnitt" genannt). Dieser sorgt dafür, dass die Beine optisch verlängert werden.

Rio- oder Retro-Slip:
Der Rio- oder Retro-Slip betont speziell die Beine. Er ist geschnitten, wie ein klassischer Slip, hat allerdings einen höheren, französischen Beinausschnitt und ist dazu im Bund V-förmig vertieft, sodass er die gesamte Bein- und Hüftpartie optisch "nach oben zieht". Besonders beliebt ist diese Slipform bei brasilianischen Samba-Tänzerinnen - daher vermutlich auch der Name.

Tanga:
Den Tanga kann man ohne Bedenken als "Mutter aller Strings" bezeichnen, denn er legte in den 80ern als erster Slip den Po mehr oder weniger frei. Der Begriff kommt vom brasilianischen "Tupi Tanga", was übersetzt soviel wie "Lendenschurz" bedeutet. Er wurde aus der brasilianischen Bademode entwickelt, wo er auch heute noch sehr verbreitet ist.
Die klassische Form dieses "Minislips" besteht aus zwei Stoffdreiecken, die seitlich mit einem Band oder schmalen Stoffsteg verbunden sind. Dabei kann das hintere Dreieck so groß sein, dass es den Po fast wie ein Slip bedeckt oder aber bis auf einen relativ schmalen Streifen geschrumpft sein.

String, Stringtanga & G-String:
Diese drei "Unterwäsche-Schwestern" sorgen immer wieder für Verwirrung, denn die Unterschiede im Design sind oft nur minimal. Um den nächsten Einkauf etwas zu erleichtern, hier deshalb der Versuch einer Unterscheidung:
Mit String sind generell alle Slipformen gemeint, bei denen kein Stoffteil auf dem Po, sondern nur ein Band (=String) oder ein schmaler Stoffstreifen zwischen den Pobacken liegt.
Der Stringtanga ähnelt von der Form her dem Tanga (zwei Stoffdreiecke durch seitlichen Stoffstreifen oder Bänder verbunden), er ist aber noch etwas knapper. Bedeutet: Das hintere Dreieck ist meist kleiner und weiter nach oben gezogen, sodass er im Schritt und an den Seiten nur durch schmale Schnüre verbunden ist.
Der G-String ist die knappste Version des Slips. Bei ihm ist das hintere Dreieck gar nicht mehr vorhanden, sodass er nur noch aus einem dreieckigen Vorder- und Schrittteil besteht, das von einem Band um die Hüfte und einem zwischen den Gesäßbacken gehalten wird.

C-String:
Diese relativ neue String-Erfindung ähnelt sehr dem ersten Lendenschurz überhaupt - nämlich Evas Feigenblatt: Es handelt sich dabei um eine Art drahtverstärkten Mini-String ohne Seitenteile, der praktisch nur die Scham bedeckt. Von der Seite betrachtet ist er geformt, wie ein C, daher auch der Name.
Das Vorderteil besteht aus dem üblichen Stoffdreieck, welches allerdings rundherum mit Draht verstärkt ist. Von dort aus führt ein stoffummantelter Drahtsteg zwischen den Pobacken hindurch bis zum Steiß. Auch ohne Seitenteile soll der C-String so halten und sogar als Badebekleidung nutzbar sein. Vorteile: Keine Streifen bei der Bräunung, kein Abzeichnen unter enger Kleidung. Nachteile: Die Angst, das grazile Gebilde zu verlieren, "schwimmt" mit.

Panty, Shorty, Boxer oder Hipster:
Alle drei Begriffe bezeichnen - zumindest im Deutschen - im Prinzip das gleiche Höschen-Modell: Einen eng geschnittenen Hüftslip mit geradem, kurzem Beinansatz und geradem Bund. Meist wird heute der Begriff Panty verwendet, weshalb wir hier dabei bleiben wollen.
Sogenannte Pantys sind meist aus elastischem, leicht formendem Gewebe und somit ideal für Frauen mit etwas weiblicheren Formen, denn sie bedecken das, was nötig ist und schnüren trotzdem nicht ab.
Im Englischen wird der Begriff Panty oft auch für "Damenunterhosen" im Allgemeinen und der Begriff "Hipster" für unsere "Pantys" verwendet - auch hier besteht also wieder Verwechslungsgefahr.
Inzwischen gibt es auch Pantys, die eher eine Mischform aus String und Panty sind: Sie sind gerade und an den Seiten eher breit geschnitten und haben auch eine breitere Stoffbahn im Schnitt, sitzen aber trotzdem in der Gesäßritze und legen so mehr vom Po frei, als ein klassisches Panty.
Interessant: Bei deutschen Männern sind Pantys fast genau so beliebt, wie Strings & Co., also greifen Sie beim nächsten Dessouskauf ruhig mal zu den "heißen Höschen".

String-Panty:
Bei einem String-Panty handelt es sich um ein eher tief sitzendes, klassisches Panty mit geradem Bund, bei dem Vorder- und Hinterteil allerdings nicht durch eine durchgehende Stoffbahn, sondern nur durch ein schmales Band zwischen den Gesäßbacken miteinander verbunden sind.

French Knickers:
French Knickers sind eine ganz besonders neckische Variante der Panty-Höschen. Ihren Namen haben sie vermutlich in Anlehnung an die verruchte Boudoir-Mode der französischen Kurtisanen des 19. Jahrhunderts.
Es handelt sich dabei im Prinzip um eine Art "Boxershorts für Frauen" - allerdings in wesentlich femininerem Design. Sie sind - im Gegensatz zum Panty - weit und meist taillenhoch geschnitten und haben fast immer einen Beinansatz. Dieser kann bis zum halben Oberschenkel gehen und ist am Bund oft mit Rüschen oder Spitzen verziert.
Charakteristisch ist außerdem, dass sie meist aus nicht-elastischen, sehr feinen, flatterigen Materialien, wie Seide, Tüll oder Satin gearbeitet sind.
Im englischen wird der Begriff heute allerdings auch oft für klassische Panty-Höschen verwendet, was die Unterscheidung unter Umständen etwas schwierig macht.

Mieder:
Der Vorgänger aller Figur formenden Miederhose und Hüfthalter ist das klassische Mieder. Dabei handelt es sich um ein den Oberkörper fest umschließendes, stützendes Oberbekleidungsstück für Frauen.
Früher (ab dem 16. Jh.) ersetzten Mieder BH, Korsett und/ oder Taillenkorsett.
Sie wurden entweder als versteifte Oberteile für Kleider (heute noch im Dirndl) oder als Unterbekleidung getragen und sollten vor allem den Busen stützen und den Oberkörper formen.
Heute werden miederähnliche Wäschestücke eher als Corsage bezeichnet. Das Mieder selbst wurde gegen Anfang des 20. Jh. von BH & Hüfthalter und später von den praktischeren Miederhosen abgelöst.
In den letzten Jahren ist jedoch vor allem auf dem Reizwäsche-Sektor wieder ein Trend hin zum klassisch geschnittenen Mieder festzustellen. Diese Modelle dienen dann allerdings weniger der Figurformung, sondern sind vielmehr aufreizende Mode-Accessoires aus feinster Spitze.

Hüfthalter oder Hüftgürtel:
Der Hüfthalter ist - in Kombination mit dem BH - der offizielle Nachfolger des klassischen Mieders. Er löste ab ca. 1900 Mieder und Korsett ab und sorgte so für mehr Bewegungsfreiheit und eine natürlichere Silhouette der Frau. Seine vornehmliche Aufgabe war jedoch nach wie vor die Formung der Figur.
Es handelt sich dabei um eine Art bis zum Beinansatz reichendes, unten offenes Taillenmieder aus mehr oder weniger elastischen Materialien.
Traditionell wurden Hüfthalter vorne geschnürt - konnten also bequem selbst angezogen werden.  Vor Aufkommen des BHs trug "Frau von Welt zusätzlich zum Hüftgürtel ein sogenanntes Brustleibchen.
Dazu verfügten sie am unteren Saum über Clips für die neu aufgekommenen seidenen Strümpfe. Heute wird der Hüfthalter daher auch oft mit einem Strapshalter gleichgesetzt, was jedoch nicht korrekt ist, denn der Hüfthalter sollte vor allem die Taille formen und stützen.
Seit in den 1950er Jahren jedoch die Miederhose und die Strumpfhose ihren Siegeszug angetreten haben, ist das Mieder praktisch völlig vom Wäschemarkt verdrängt worden: Heute dient es meist nur noch als Fetisch-Accessoire.

Miederhose:
Auch, wenn sie nicht gerade der Traum schlafloser Männernächte ist, so leistet die Miederhose der Damenwelt doch seit Jahrzehnten treue Dienste in Sachen Schönheit.
Es handelt sich dabei um ein etwa taillenhohes, figurformendes Kleidungsstück aus elastischen Materialien, wie Elasthan oder Polyamid.
Miederhosen gibt es etwa seit den 1930er Jahren in den verschiedensten Schnitten und Variationen, wobei alle die Aufgabe haben, die Hüft- und Bauchregion durch verstärkte Stoffeinsätze zu formen und schlanker wirken zu lassen.
Neben Modellen ohne Beinansatz, gibt es sie auch mit kurzem oder knielangem Bein, mit Strumpfhalterschlaufen, Spitzenverzierungen oder sogar "ouvert". Achtung: Bei der Größe ist der Umfang der Taille (70-100) entscheidend, wobei die gewünschte Reduzierungswirkung schon eingerechnet ist. Es bringt also nichts, ein zu kleines Modell zu tragen, da es sonst zu starken Schmerzen kommen kann.

Taillenmieder:
Meist aus ähnlichen Materialien, wie Miederhosen oder aber aus Spitze, jedoch teilweise noch stäbchenverstärkt. Das klassische Taillenmieder reicht von kurz unter der Brust bis über die Hüften, ist aber im Schritt offen. Es handelt sich dabei also um eine Art Schlauch, der diese Körperpartie formen soll. Erotische Taillenmieder haben zusätzlich oft Strapshalter am unteren Saum.

Ouvert-Slips:
Unsere letzte Kategorie in Sachen Damenwäsche für "unten rum" sind die sogenannten "Slips ouvert". Der Ausdruck "ouvert" (=offen) kommt aus dem Französischen und wird speziell in Bezug auf Damen-Reizwäsche verwendet. Er bezeichnet alle Wäschestücke, die im Schritt, am Po oder (bei BHs) an den Brustwarzen eine Öffnung haben.
Ihr Vorteil dadurch: Sie müssen für den Geschlechtsverkehr nicht ausgezogen werden. Slips ouvert gibt es in allen erdenklichen Schnitten und aus vielen Materialien, wobei sie eigentlich ausschließlich zur sexuellen Stimulation, nicht aber aus praktischen oder hygienischen Gründen getragen werden. Oft sind die Ränder der Öffnung mit Spitzen, Federn oder Rüschen dekoriert, um den Reizwäsche-Charakter hervorzuheben.
Neben komplett offenen Modellen gibt es auch Slips mit Reißverschlüssen, Riemchen oder sogar mit kleinen Vorhängeschlössern zum verschließen und öffnen.
Natürlich gibt es neben den erwähnten Slips und BHs auch Catsuits, Bodies und Fetisch-Mode im ouvert-Look.

 

BHs, Corsagen & Co.

BH:
Der BH (Kurzform für Büstenhalter) ist neben dem Slip das wohl wichtigste Wäschestück für die Frau - und dementsprechend umfangreich ist auch die Vielfalt der angebotenen Modelle. Ob Bügel-BH, Push-Up oder T-Shirt BH, Vollschalen- oder Balconnet-Form: Um sich auf dem Markt zurechtzufinden, muss man meist nicht nur lange suchen, sondern sich vor allem auch auskennen. Daher haben wir im folgenden Abschnitt die wichtigsten Fakten rund um die verschiedenen BH-Modelle zusammengestellt.
Und übrigens: Das wichtigste beim BH-Kauf ist es, die richtige Größe zu finden, denn bis zu 70 % der deutschen Frauen tragen die falsche BH-Größe - und müssen dafür allzu oft mit ihrer Gesundheit bezahlen. Eine unkonventionelle aber nützliche Anleitung zur Größenbestimmung findet ihr deshalb im Kapitel "Wie finde ich die richtige BH-Größe?".

Mittelsteg:
Das vordere Verbindungsstück zwischen den beiden Büstenschalen. Es ist oft mit einer kleinen Applikation verziert und unterschiedlich hoch: Je schmaler der Mittelsteg ist, desto schöner formt der BH das Dekollete und je höher der Mittelsteg ist, desto besseren Halt gibt er für gewöhnlich.

Mittel- oder Seitenträger?
Um ganz zu Anfang schon mal mit einem verbreiteten BH-Irrtum aufzuräumen, fangen wir am besten mit den Trägern an: Die meisten Frauen glauben nämlich, dass selbige das Gewicht der Brust tragen - den Busen also quasi "nach oben ziehen" sollen.
Dies ist jedoch ein fataler Fehlglaube, durch den es oft zu chronischen Rücken- und Nackenschmerzen kommt.
Das Hauptgewicht (ca. 90%) der Brust soll viel mehr vom Unterbrustband gehalten werden. Es soll die Brust nach oben schieben, sodass die Träger lediglich noch die Funktion haben, den BH in Position zu halten, was auf unterschiedlichste Weise geschehen kann.
Die beiden populärsten Trägervarianten bei BHs sind sogenannte Mittelträger bzw. Seitenträger. Während ein Mittelträger mittig an den Cups angebracht ist und so für eine gleichmäßigere Gewichtsverteilung auf die Träger sorgt, haben Seitenträger den Vorteil, dass sie die Brust mehr zusammendrücken und so für ein schöneres Dekollete sorgen.
Gefütterte oder breitere Träger sorgen zusätzlich für mehr Tragekomfort bei größeren Oberweiten.

Unterbrustumfang:
Wenn man sich die BH-Größenbezeichnungen "75 B" anschaut, dann bezeichnet der Buchstabe "B" die Cup-Größe und die Ziffer "75" den Unterbrustumfang. Letzterer ist entscheidend für die Passform und somit die Wirkung des BHs, denn auf dem Unterbrustband sollten im Idealfall 90 % des Gesamtgewichts der Brust liegen.
Der Unterbrustumfang richtet sich nach dem Umfang des Brustkorbs direkt unter der Brust in Zentimetern. Ein Umfang von 73-77 cm entspricht beispielsweise der BH-Größe "75".
Da BHs jedoch oft sehr unterschiedlich ausfallen, solltet ihr sie, wenn möglich, lieber nach Passform kaufen, damit sie bequem sind und nicht zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Eine Anleitung dafür findet ihr hier: "Wie finde ich den richtigen BH?".

Cup-Größen/ Körbchengrößen:
Die Büstenschalen eines BHs werden auch Körbchen oder Cups (wörtl. Tassen) genannt. Es gibt sie in verschiedenen Größen, die in Deutschland mit Buchstaben benannt alphabetisch geordnet sind. Angefangen bei Cup A (sehr klein), gehen die Standardgrößen bis Cup G (extra groß).
Da das deutsche Durchschnittsmaß allerdings zwischen Cup B und Cup C liegt, sind im Einzelhandel meist nur Größen bis Cup D erhältlich. Größere Größen bekommt man in Dessous-Fachgeschäften und alles, was über Cup G liegt meist nur im Spezialhandel oder als Maßanfertigung.

BH mit und ohne Bügel:
Die Frage, ob man einen BH mit stützenden Drahtbügeln unter der Büste oder ohne wählt, ist hauptsächlich eine Frage der Bequemlichkeit: Manche Frauen empfinden einen Bügel als permanenten Fremdkörper, andere wollen auf die unterstützenden und formende Wirkung nicht mehr verzichten.
Einen entscheidenden Vorteil haben Bügel-BHs aber auf jeden Fall: Sie stützen besonders größere Brüste wesentlich besser, als viele reine Stoff-BHs. Bei den meisten Push-Up-BHs gehören sie daher zur Grundausstattung.
Wichtig: Bügel-BHs nie mit anderer Wäsche zusammen in der Waschmaschine waschen, da die Bügel sich sonst verbiegen können. Am besten ist wie für alle Dessous die Handwäsche.

Vollschale, ¾-Schale & Halbschale:
Die sogenannten Schalen sind die Teile des BHs, in denen die Brüste liegen. Sie werden oft auch Cups oder Körbchen genannt und unterscheiden sich nicht nur in Form, Design und Größe, sondern auch darin, zu wie viel Prozent sie die Brust bedecken. Dieser Faktor wird dann mit den Begriffen "Vollschale, Halbschale oder ¾-Schale ausgedrückt.
Ein Vollschalen-BH umschließt die einzelne Brust nahezu komplett. Er hat meist einen recht hohen Mittelsteg, sowie Mittelträger, die das Gewicht des Busens optimal verteilen. Er ist daher ideal geeignet für größere Oberweiten, denn er stützt und formt eine große Brust besser, als beispielsweise ein Halbschalen-BH.
Bei einem ¾-Schalen-BH wird der Busen - wie der Name schon sagt - nur zu drei Vierteln bedeckt. Er formt daher ein schöneres sichtbares Dekollete, als ein Vollschalen-BH. Zusätzlich ist meist auch der Mittelsteg etwas niedriger, sodass die Brüste etwas mehr "zusammengedrückt" werden können. Auch ¾-Schalen-Bhs haben oft Mittelträger und sind daher trotz der etwas geringeren Stützwirkung ebenfalls für größere Oberweiten geeignet.
Halbschalen-BHs ermöglichen das Tragen von Oberteilen mit relativ tiefem Ausschnitt, denn sie bedecken die Brust nur zur Hälfte (bis knapp über die Brustwarzen). Meist haben sie dazu Außenträger, die dafür sorgen, dass die Brust weit nach oben/ innen gehoben wird. So schaffen sie ein besonders schönes Dekollete, stützen große Brüste aber oft nicht so gut, wie Voll- oder ¾-Schalen.
Der Mittelsteg kann hier von relativ hoch bis sehr schmal sein und sorgt dementsprechend entweder für die klassische Balconnet-Form, oder eine Push-Up-Form, die die Brüste eher in die Mitte drückt.

Büstenhebe/ Hebe-BH:
Sogenannte Heben oder Hebe-BHs bedecken die Brust noch weniger, als ein Halbschalen-Bh - nämlich gar nicht. Sie werden daher auch als ¼-Schalen-BHs bezeichnen, denn sie haben lediglich eine stützende Funktion, decken die Brustwarzen aber nicht ab.
Eine Hebe ist für gewöhnlich mit Drahtbügeln und oft mit kleinen Polstern verstärkt. Sie sitzt U-förmig direkt unter der Brust (dort, wo normale BHs sonst auch ansetzen) und schiebt sie nach oben. So bekommt eine tiefer sitzende Brust ein aufrechtes, strafferes Aussehen.
Neben der Verwendung als Reizwäsche, kann eine Büstenhebe daher auch unter Oberteilen getragen werden, in denen man sich ohne BH unwohl fühlen würde.

Push-Up-BHs:
Push-Up BHs (teilweise auch "Maximizer" genannt) haben nur ein Ziel: Sie sollen die Brüste größer wirken lassen und ein attraktiveres Dekollete schaffen. Erreicht wird dieses Ziel mit stützenden Drahtbügeln, sowie den verschiedensten Polstern und Einlagen, die meist im unteren äußeren Drittel des BHs eingearbeitet sind und die vorhandene Brust ergänzen.
Dazu haben sogenannte Push-Ups meist auch Aussenträger, die die Brust zusätzlich anheben und nach innen schieben. Dadurch wird der sichtbare Teil der Brust - sprich das Dekollete - vergrößert.
Um diesen Effekt zu verstärken, ist der Mittelsteg meist sehr schmal und der Ausschnitt entsprechend groß. Um die Flexibilität und Bequemlichkeit zu erhöhen, sind die Polster oft herausnehmbar.
Der berühmteste Vertreter dieser Gattung ist sicherlich der Wonderbra, der in den 1990ern die Damenmode revolutionierte. Doch die Idee des Push-Ups ist schon wesentlich älter: Bereits in den 1950er Jahren polsterte Marilyn Monroe ihre BHs mit Einlagen auf und 1961 kreierte die kanadische Designerin Louise Poirier das Ur-Modell des Wonderbra.

Gel-, Air- und Aqua-Bra:
Nach dem überwältigenden Erfolg der Push-Up BHs in den 90ern, ließen sich die Designer immer neue Dinge einfallen, mit denen man die Brust möglichst unauffällig und wirkungsvoll aufpolstern kann.
So gibt es heute neben dem klassischen Textil-Polster auch BHs mit eingearbeiteten Gel-, Wasser und Luftkissen.
Da sie jedoch oft fest eingenäht und recht dick sind, haben sich diese Varianten - bis auf den Gel-BH - nicht wirklich durchgesetzt. Zusätzlich haben wassergefüllte Kissen den Nachteil, dass sie teilweise bei Berührung gluckern und so den Betrug auffliegen lassen.

Gemoldete BHs/ Schalen-BHs:
Neben BHs, die nur aus einer dünnen Lage zarter Spitze bestehen und solche, die dick ausgepolstert sind, gibt es noch sogenannte gemoldete BHs oder Schalen-BHs. Gemoldet bedeutet in diesem Fall, dass eine mehr oder weniger dicke Schaumstoff-Schicht durch thermoplastische Verfahren nahtlos in Form gebracht wurde. Oft sind gemoldete BHs stellenweise etwas dicker, sodass sie den Busen optisch vergrößern. Der Vorteil: Unterm T-Shirt zeichnen sich keine Nähte ab. Zusätzlich bringen Schalen-BHs den Busen besser in Form, als ein reiner Stoff-BH, tragen jedoch weniger auf, als ein gepolsterter Push-Up.

Maximizer & Minimizer:
Während ein Maximizer-BH die Brust durch Polster vergrößern soll, hat ein Minimizer das genaue Gegenteil zur Aufgabe: Er soll eine große Brust (optisch) um ein bis zwei Cup-Größen reduzieren.
Besonders Frauen mit überdurchschnittlich großer Oberweite greifen daher oft zu diesem BH-Modell, denn zusätzlich zu der verkleinernden Wirkung, stützt es auch noch besonders gut.
Minimizer sind oft ohne Bügel, dafür aber aus doppellagigem, sehr festem, bi-elastischen Material gearbeitet. Die Vollschale, der spezielle Schnitt und die Mittelträger stützen und formen die Brust dabei optimal und ermöglichen Frauen mit sehr großen Brüsten so wieder das Tragen von "normalen" Kleidergrößen.

Trägerloser BH:
Er ist besonders gut geeignet für schulterfreie Tops oder Kleider (z.B. Ballkleider). Viele Träger-BHs haben auch abnehmbare Träger, sodass beide Tragevarianten möglich sind.
Doch Achtung: Entscheidend für die Wirkung ist auch hier wieder der Unterbrustumfang. Wird er zu weit gewählt, ist ein trägerloser BH so gut, wie wirkungslos, denn das gesamte Gewicht der Brust liegt bei trägerlosen Modellen ausschließlich auf dem Unterbrustband.

Haftschalen- oder Klebe-BHs:
Bei Haftschalen- oder Klebe-BHs handelt es sich um unterschiedlich dicke Schalen oder elastische Aufkleber ohne Träger, die statt eines BHs direkt auf den Busen geklebt werden. Sie geben der Brust unter trägerlosen, rückenfreien oder tief ausgeschnittenen Oberteilen Halt und schaffen ein schönes Dekollete. Es gibt sie zusätzlich auch mit leichter bis stärkerer Polsterung, um eine optische Vergrößerung der Brust zu erreichen. Solche Modelle sind meist wieder verwendbar - einfache Aufkleber sind dagegen fast immer Einweg-Produkte.

Neckholder-BH:
Der Neckholder oder Nackenträger-BH ist die schulterfreie Variante des Träger-BHs. Der BH wird dabei durch einen Träger im Nacken, statt durch zwei Schulterträger gehalten. Er ist vor allem für Neckholder-Tops oder Kleider geeignet.

Sport-BH:
Durch die häufigen ruckartigen Erschütterungen beim Sport kann das Brustgewebe irreversibel ausleiern und so auf Dauer schneller hängen - eine Gefahr, die besonders bei großen Brüsten gegeben ist. Deshalb sollte man beim Sport so oft, wie möglich einen Sport-BH tragen. Er umschließt die Brust sicher, sodass sie nicht wippt und kann damit die Belastung des Brustgewebes auf etwa ein Viertel reduzieren.
Sport-BHs sind meist aus mehrlagigem, elastischem Gewebe und haben spezielle Nähte und im Rücken gekreuzte Träger, die das Gewicht optimal verteilen und die Brust entlasten. Sie sollten fest sitzen, die Bewegungsfreiheit jedoch nicht einschränken.

Triangel-BH:
Bei Triangel-BHs sind die Schalen in Dreiecksform geschnitten und meist nicht oder nur wenig gepolstert und verstärkt. Dieser BH-Typ eignet sich daher am besten für kleinere Brüste. Hauptsächlich kommt er heute in der Bademode als klassisches Triangel-Bikinitop vor.

T-Shirt BH:
T-Shirt BHs haben meist nahtlos vorgeformte Soft-Schalen und zeichnen sich dadurch nicht unter T-Shirts oder eng anliegender Oberbekleidung ab. Häufig sind sie als eher flache Voll- oder Halbschalen gestaltet und formen so eine weiblich-runde, aber trotzdem zurückhaltende Silhouette ohne Push-Up-Effekt und sichtbaren Übergang zum Busen.

Bandeau-BH:
Der Bandeau-BH ähnelt dem Balconnet-BH: Er hat meist Halb- oder 3/4-Schalen, die den Busen nach oben drücken, aber nicht wesentlich zusammenpressen. Er ist lediglich noch etwas gerader geschnitten (höherer Mittelsteg) und ähnelt daher einer Bandage, die um die Brust gewickelt wird.
Meist ist er leicht gefüttert und mit Bügeln ausgestattet, um optimalen Halt zu geben. Bandeau-BHs eignen sich ideal für schulterfreie und tief ausgeschnittene Kleider, da sie meist keine oder abnehmbare Tröger haben.

Ballkleid-BH:
Ein BH, der durch geschickte Unterbrustband- und Trägerführung  einen besonders tiefen Rückenausschnitt hat. Er ist ideal für Ballkleider, aber auch für alle anderen rückenfreien Oberteile geeignet. Ballkleid-BHs gibt es sowohl mit Neckholder-Träger, als auch komplett ohne Träger.

Bustier:
Die bequeme Alternative zu Hemd und/ oder BH. Ein Bustier ist ein kurzes, bauchfreies Top mit breiteren Trägern und meist ohne Drahtbügel. Dadurch ist es sportlicher und vor allem bequemer, als ein herkömmlicher BH, bringt die Brust aber auch nicht so schön zur Geltung. Besonders geeignet für kleiner Brüste, sportliche Aktivitäten oder junge Mädchen. Eine körperbetontere Variante sind Bustiers mit vorgeformten, leicht gepolsterten Brustschalen.

Still-BH:
Still BHs gehören zur Funktions- und nicht zur Reizwäsche und sind daher fast ausschließlich nach praktischen Gesichtspunkten gestaltet. Sie besitzen im Bereich der Brustwarzen kleine Klappen, die sich öffnen lassen, um einen Säugling zu stillen, ohne den BH ausziehen zu müssen. Meist haben Still-BHs keine Bügel, sondern zeichnen sich eher durch eine stabile, mehrlagige Verarbeitung aus, die die Brust stützen und in Form halten soll. Inzwischen gibt es aber auch "Designer-Schwangerschaftsmode" auf dem Markt, die wesentlich erotischere Still-BHs bietet.

Verschluss:
Zum Schluss kommen wir zum Verschluss, denn auch hier gibt es so einige verschiedene Varianten. Die meisten BHs werden im Rücken mit 1-4 Haken aus Draht verschlossen, die jeweils in drei Stufen enger oder weiter zu stellen sind. Ein Vorderverschluss (auch "französischer Verschluss" genannt) kommt seltener vor, da er viele Frauen optisch stört. Er ist am Mittelsteg angebracht und eignet sich daher auch nicht für alle BH-Modelle.
Vor allem in der Bademode haben sich darüber hinaus unterschiedliche Plastik-Steckverschlüsse durchgesetzt, da sie bei häufigem Wasserkontakt nicht oxidieren.

Spezielle Dessous:

Korsett:
Seit es im 16. Jahrhundert verstärkt Einzug in die Damenmode gehalten hat, ist das Korsett nicht mehr daraus wegzudenken. Im Unterschied zur Vergangenheit, wird es heute allerdings nicht mehr als klassisches Wäschestück, sondern fast ausschließlich zu historischen Kostümen oder in der Fetischszene getragen.
Es handelt sich dabei um ein mit vertikalen Stäbchen verstärktes, schnürbares Stück Oberbekleidung, das den Körper formen und den Taillenumfang verringern soll. Für gewöhnlich reicht es vom Hüftansatz bis über die Brust und hat keine Träger, da es die Büste durch die starre Form genug anhebt. Neben Vollbrust- und Halbbrustkorsetts gibt es aber auch sogenannte Unterbrustkorsetts, die - ähnlich einer Büstenhebe - unter der Brust enden und diese nur von unten stützen.
Fachleute unterscheiden zwischen stark einschnürenden, starren Korsetts und sogenannten Korseletts. Letztere formen und stützen zwar auch, sind aber aus elastischeren, weniger steifen Materialien, die keine so starke Reduzierung des Taillenumfangs zulassen. Beide Formen werden fast immer im Rücken geschnürt, sodass die Trägerin häufig Hilfe beim Anziehen braucht.
Nicht nur Frauen, sondern auch Männer aus dem Fetischbereich genießen heutzutage das einengende und stützende Gefühl dieses Kleidungsstücks. Zur Entwicklung des Korsetts könnt ihr mehr unter "Die Geschichte der Dessous" lesen - ein interessanter Fakt aber schon jetzt: Der kleinste geschnürte Taillenumfang, der jemals bei einer Frau gemessen wurde, belief sich auf nur 33 cm!

Taillenkorsett:
Während traditionelle Korsetts meist die Brüste mit abdecken und formen, reicht ein Taillenkorsett lediglich vom Hüftansatz bis knapp unter die Brust. Es formt also nur die Taille und ermöglicht es so, die Brüste zu berühren, ohne das Korsett abzulegen. Taillenkorsetts werden teilweise auch als Taillenmieder bezeichnet und umgekehrt.

Reitkorsett/ Reiterkorsett
Das Reiterkorsett ist praktisch eine Unterform des Taillenkorsetts, denn es stützt ebenfalls lediglich die Taillenpartie, unterscheidet sich jedoch durch seine spezielle Form. Sie kommt wie der Name erahnen lässt aus der Reitmode und war ursprünglich dazu gedacht, die Damen beim Reiten optimal zu stützen. Ober- und Unterkante sind beim Reiterkorsett nicht gerade, sondern von der Seite zum Brustbein bzw. zum mittleren Rücken hin ansteigend spitz geschnitten.

Corsage:
Sie ist die kleine Schwester des Korsetts, denn sie schnürt den Körper nicht in eine andere Form, sorgt jedoch für eine schlankere Silhouette, strafft den Oberkörper und hebt die Brust an.
Eine Corsage besteht traditionell aus einer Art bis Damenunterhemd, das durch vertikale Stäbchen verstärkt ist und eng am Körper anliegt. Häufig sind gefütterte ¾ Cups eingearbeitet, die zusammen mit der Versteifung durch die Stäbchen einen BH ersetzen. Auch Träger werden durch die Stützfunktion von unten überflüssig.
Obwohl Corsagen meist aus feiner Spitze gearbeitet sind, gehören sie heute fast schon zur Oberbekleidung: Sie werden nicht nur als Reizwäsche, sondern vor allem auch als Kleidoberteile oder als Top zu Hose oder Rock getragen. Auch das Tragen über einer Bluse ist möglich. Im Gegensatz zum Torselett reichen Corsagen nur bis zur Taille.

Torselett:
Eine Art BH mit angenähtem Unterhemd, das bis zum Hüftanzatz reicht. Die Unterschiede zur Corsage sind nicht immer leicht zu erkennen. Meist bestehen sie darin, dass ein Torselett vom Busen abwärts nicht mit Stäbchen verstärkt sein muss und immer ausgearbeitete BH-Cups hat. Dazu sind Torseletts ursprünglich etwas länger, als Corsagen (Torselett = bedeckt den Torso) und haben oft Befestigungen für Strapsstrümpfe am unteren Saum.
Heute sind sowohl die Bezeichnungen, als auch die Übergänge im Design fließend. Oft wird z.B. ein etwas längerer BH, der noch über dem Bauchnabel endet, als Torselett bezeichnet. Traditionelle Torseletts werden dagegen häufig Strapscorsage genannt.

Camisole:
Dieser Begriff ist in den letzten Jahren aus dem Englischen übernommen worden. Gemeint sind damit zarte, aus leichten Materialien, wie Spitze oder Satin gearbeitete Unterhemdchen für Frauen, die eher weit geschnitten sind. Ein Camisole hat meist sehr schmale Träger und einen  tieferen Rückenausschnitt. Man kann es über dem BH oder aber auch als Nachtwäsche ganz ohne BH tragen.

Strapshemd:
Ein längeres, meist aus Spitze gearbeitetes Unterhemdchen für Frauen mit Clips zur Befestigung von Strapsstrümpfen am unteren Saum.

Babydoll:
Der Babydoll ist in den 1950er Jahren als Reizwäsche für Frauen aufgekommen. Er sollte ihnen einen niedlich-kindlichen und gleichzeitig verruchten Touch geben. Es handelt sich dabei um eine Art sehr weites und gleichzeitig sehr kurzes Neglige, das direkt unter der Brust gerafft ist. Babydolls sind meist aus transparenten, fließenden Stoffen und haben an den Säumen üppige Verzierungen aus Rüschen, Spitze oder Federn. Oft sind sie vorne bis zur Raffung offen wie ein Jäckchen und am Brustband mit einer Schleife zu verschließen.

Negligé:
Das Wort Negligé kommt aus dem Französischen und bedeutet soviel, wie "das vernachlässigte Kleid". Gemeint sind damit alle Formen eleganter und erotischer Nachtwäsche für Frauen. Im Deutschen denkt man bei dem Begriff meist an kurze bis mittellange Nachthemdchen aus fließenden Stoffen, wie Seide, Satin oder Chiffon.
Doch auch kurze, transparente Bettjäckchen mit einer Schnürung unter der Brust und ein vorne offener, langer Morgenmantel aus Satin oder Chiffon werden allgemein als Negligé bezeichnet.
Der Reiz solcher Wäsche liegt darin, dass "Frau" durch die transparenten Materialien eigentlich komplett bedeckt und trotzdem nackt ist.

Body/ Bodysuit:
Besonders in den Achtziger und Neunziger Jahren waren Bodysuits (kurz: Bodys) der Hit auf dem Unterwäsche-Markt. Es handelt sich dabei um einen eng anliegenden Einteiler ähnlich einem Badeanzug, der allerdings auch lange Ärmel haben kann.
Der Unterschied: Bodys sind im Schritt durch Druckknöpfe zu öffnen, wodurch man sie auch ausziehen kann, ohne die Unterbekleidung abzulegen. Sie eignen sich besonders gut für figurbetonte Kleidung, da es keinen Übergang vom Slip zum Unterhemd oder T-Shirt gibt und sich so nichts abzeichnet.
Im Erotik-Bereich gibt es Bodys auch in der ouvert-Version mit offenem Schritt.

Catsuit:
Eine Art "Ganzkörperbody", der einer Damenstrumpfhose ähnelt. Catsuits sind meist aus Nylon, Spandex, oder Lycra, oder aber aus Fetisch-Materialien, wie Lack und Latex. Sie sitzen hauteng, sind fast immer elastisch und sorgen dadurch für eine schlanke, sexy Silhouette, denn sie bedecken den gesamten Körper, lassen aber trotzdem alle Konturen erahnen. Es gibt sie mit- oder ohne Arm, ouvert oder geschlossen und mit verschieden tiefen Ausschnitten. Ein den Körper und das Gesicht vollständig bedeckender Catsuit wird auch Zentai (von japanisch: "der ganze Körper") genannt.
Obwohl ursprünglich nur als Sport- oder reine Erotik-Bekleidung gedacht, haben sich Catsuits in den letzten Jahren auch ihren Weg in die tageslichttaugliche Mode gebahnt. So sieht man heute viele Stars in Catsuits als Bühnenoutfits.

 

Nylons, Strapse & Co

Strumpfhaltergürtel/ Strapshalter/ Strapsgurt:
All diese Begriffe bezeichnen eine Art Gürtel, der über dem Höschen auf der Hüfte sitzt und einzig und allein dazu da ist, Strapsstrümpfe zu halten.
Früher gab es noch keine halterlosen Strümpfe, die auch ohne Befestigung oben blieben. Deshalb mussten alle Strümpfe (bei Männern wie bei Frauen) mit mehreren Clips an der Unterbekleidung befestigt werden, um nicht herunterzurutschen.
Es gab daher am Leibchen oder den Miederhosen der Damen sogenannte Strapshalter, an denen Gummibänder angebracht waren. Diese wiederum wurden dann mit Clips am oberen Strumpfsaum befestigt.
Heute dienen Strapsgürtel ausschließlich erotischen Zwecken und vervollständigen so das klassische Reizwäsche-Ensemble aus BH, Slip und sexy Nylons.

Strapse:
Elastische Bändchen, mit denen Feinstrümpfe an der Unterbekleidung befestig und oben gehalten werden.

Strumpfband:
Ursprünglich eine Methode, Feinstrümpfe für Damen in der Mitte des Oberschenkels an Ort und Stelle zu halten, sind Strumpfbänder heute lediglich noch ein neckisches Erotikaccessoire.
Sie bestehen meist aus einem breiteren Gummiband, das mit Rüschen und/ oder Spitzen verziert in der Mitte des Oberschenkels getragen wird.

Nylons/ Nylonstrümpfe:
Als Nylons werden heute alle Arten von transparenten Beinbekleidungsstücken für Damen bezeichnet - auch, wenn diese heute teilweise aus Lycra und anderen Materialien sind.
Besonders die altmodischen, "echten" Nylon-Strümpfe mit rückwärtiger Naht und sogenannter Hochferse sind bei Fetischisten bis heute sehr beliebt, da sie das Bein optisch besonders weiblich erscheinen lassen.

Hochferse/ Cubaferse:
Als Hochferse oder Cubaferse wird der zum Bein schmaler auslaufende, verstärkte Teil der Ferse eines Nahtstrumpfs genannt.
Solche Verstärkungen waren vor allem bei den ersten Nylon-Modellen üblich, da nicht anders herzustellen und wurden später zum beliebten Detail für Strumpfliebhaber.

Rücknaht:
Dickere Naht an der Rückseite von Nylon-Feinstrümpfen, bei modernen Modellen teilweise mit Steinchen oder Schleifchen verziert.
Bei den ersten Nylons war es noch nicht möglich, diese an einem Stück zu wirken, sodass man sie an der Rückseite zusammennähen musste. Da diese Naht die Beine jedoch optisch schlanker und wohlgeformter wirken ließ, wurde sie schnell zum modischen Accessoire.
Nylons mit Naht sind auch heute noch die begehrtesten Objekte vieler Strumpfhosen-Liebhaber.

Strapsstrümpfe:
Transparente Feinstrümpfe für Damen, die meist sichtbar unter Röcken getragen werden, um die Optik völlig nackter Beine zu verbessern und zu wärmen. Sie umschließen den Fuß und reichen bis zur Mitte des Oberschenkels, wo sie oft durch ein dekoratives Spitzenband verziert sind. Heute werden sie meist nur noch als nostalgisch-erotisches Accessoire verwendet.
Die ersten Nylonstrümpfe der Geschichte kamen in den 1940er/50er Jahren auf. Sie waren noch nicht elastisch und mussten daher von Strumpfhaltern/ Strapsen an Mieder, Korselett oder Corsage befestigt werden, um nicht herunter zu rutschen.

Halterlose Strümpfe:
Halterlose Feinstrümpfe kamen als praktischere Verbesserung der ursprünglichen Strapsstrümpfe auf, denn sie kommen ohne Strapshalter aus. Stattdessen haben sie am oberen Saum einen breiten Gummi- bzw. Silikoneinsatz, der die Stümpfe am richtigen Platz hält.
Um den erotischen Aspekt zu unterstreichen, tragen viele Frauen aber trotzdem einen Strapsgürtel zu solchen Strümpfen.
Der Vorteil aller Feinstrümpfe zur Strumpfhose: Man kann die Strümpfe beim Geschlechtsverkehr anbehalten.

Strumpfhosen:
Einteilige, elastische, enganliegende Strümpfe mit integriertem Höschenteil für Frauen, meist aus Nylon oder Lycra.
Feinstrumpfhosen kamen in den 1960er Jahren zusammen mit dem Minirock auf, denn unter den immer kürzer werdenden Röcken hätte man sonst die Strapse hervorblitzen sehen.
Dazu kam, dass die Feinstrumpfhose im Gegensatz zu Strümpfen mit Strapshalter wesentlich bequemer und praktischer zu Tragen war und sich nichts unter der Kleidung abzeichnete.
Heute gibt es Feinstrumpfhosen in unzähligen Farben, Mustern und Designs - im Reizwäschebereich sind allerdings meist die klassischen Varianten in rot, schwarz oder weiß am beliebtesten.
Dort gibt es inzwischen auch sogenannte "Sex-Strumpfhosen", die quasi Strümpfe und Strapshalter in einem sind und es ermöglichen, Geschlechtsverkehr zu haben, ohne die Strumpfhose auszuziehen.

Netzstrümpfe & Netzstrumpfhose:
Netzstrümpfe haben ihren Ursprung bei den Cancan-Tänzerinnen im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Es handelt sich dabei um grobmaschige, nicht blickdichte Strumpfhosen oder Strümpfe, die bis heute fast ausschließlich als verrucht-erotisches Accessoire gelten.
Meist sind sie aus stabilem Elasthan oder Polyamid und somit wesentlich stabiler, als Nylon-Feinstrümpfe.
Netzstrumpfhosen gibt es ouvert oder auch geschlossen - weit populärer sind jedoch halterlose oder Straps-Netzstrümpfe.

 

Die richtige Dessous-Pflege

Wäsche:
Wenn man sich neue, aufregende Dessous kauft, möchte man auch möglichst lange Freude daran haben. Um die Wäsche zu schonen und kein Risiko einzugehen, steht daher auf allen waschbaren Dessous von Orion generell nur "Handwäsche". Doch auch dabei kann man jede Menge falsch machen. Deshalb hier nun die besten Pflegetipps für eine schonende und effektive Reinigung von Dessous.

Beim Waschen von Dessous sollte man, wie bei allen empfindlichen Textilien, auf zu heißes Wasser verzichten, da die Fasern sonst einlaufen oder ausleiern können.
Moderne Waschmittel waschen inzwischen auch bei Temperaturen unter 40 Grad perfekt sauber.
Wer ganz sicher gehen will, kann seine Lieblingsstücke vor dem Waschen einweichen, um Verschmutzungen zu lösen.
Danach lauwarmes Wasser ins Waschbecken oder in eine große Plastikschüssel füllen und das Waschmittel darin komplett auflösen. Das ist wichtig, da es sonst zu weißen Bleichflecken in der Wäsche kommen kann.
Um dem aus dem Weg zu gehen, sollte man bei Dessous am besten grundsätzlich auf ein Color-Flüssigwaschmittel zurückgreifen. Auch Fein- oder Wollwaschmittel sind sehr gut geeignet.
Für schwarze Dessous eignet sich auch ein spezielles Waschmittel für Schwarzes und Weißes bleibt durch die gelegentliche Wäsche mit Gardinenwaschmittel strahlend sauber.
Achtet jedoch immer darauf, dass ihr nicht zu viel Waschmittel nehmt, da es sich sonst später mit der Hand nur schwer wieder heraus waschen lässt und die Wäsche "schmierig" bleiben kann.

Nun können die Dessous "zu Wasser gelassen" werden.
Achtung: Unbedingt immer nach Farben getrennt waschen (bei Handwäsche: die helle Wäsche zuerst, dann die dunklere u.s.w.), um Verfärbungen oder Grauschleier zu verhindern.
Auch viel schrubben und scheuern sollte man vermeiden. Am besten knetet man die Wäsche lediglich durch und "drückt" so die Lauge immer wieder durch den Stoff hindurch. So wird sie geschont und trotzdem sauber.

Zum Spülen sollte man kaltes Wasser nehmen. Auch hier zuerst die helle, dann die dunkle Wäsche ins Wasser geben und kurz durchspülen. Normalerweise sollten zwei Spülgänge ausreichen.
Die Dessous danach nur leicht ausdrücken und nicht auswringen, damit sie sich nicht verziehen.
Um möglichst viel Wasser herauszubekommen, kann man sie danach noch per Hand "Schleudern". Dazu die Teile einfach in einen Wäschesack legen oder in ein Handtuch wickeln und kräftig mit dem Arm herumschleudern.

Wer doch lieber in der Waschmaschine waschen möchte, der sollte die Wäsche nach Farben getrennt in ein Wäschesäckchen packen und im Schongang waschen. So werden Bügel-BHs & Co. nicht beschädigt und Spitzen verschleißen nicht so schnell.

Trocknung:
Zum Trocknen am Besten nicht mit Wäscheklammern aufhängen (gibt Abdrücke), sondern auf dem Wäscheständer liegend trocknen oder auf einem Bügel an die Wäscheleine hängen.
Achtung: Starke Hitze lässt die fein gearbeiteten Stoffe viel schneller verschleißen, also sind Trockner und Heizung für alle Dessous tabu! Ausnahme: Reine Baumwollwäsche.
Starke Sonne kann farbige Dessous ausbleichen, solche Stücke also lieber drinnen oder im Schatten trocknen.

Fleckenentfernung:
Die meisten Fleckenentferner sind zu aggressiv für feine Dessous, da sie eine stark bleichende Wirkung haben. Falls es doch einmal nötig ist, den Fleckenentferner in kaltem Wasser auflösen (niemals unverdünnt anwenden) und das Wäschestück darin schwenken.

Länger leuchtende Farben:
Das Geheimnis langer Leuchtkraft bei farbigen Dessous ist ein gelegentliches Bad in Essigwasser: Weichen Sie dazu Ihre neuen Wäschestücke in kaltem Wasser mit einem Schuss Essig ein. Dieser hat eine Farbfixierende Wirkung. Danach gut in klarem, kaltem Wasser ausspülen. Bei der anschließenden Handwäsche sollte nun keine oder kaum noch überschüssige Farbe austreten.

 

Wie finde ich die richtige BH-Größe?

Frauen können sich und ihre Gesundheit dauerhaft und schwerwiegend schädigen, indem sie die falsche BH-Größe tragen - soviel ist sicher.
Umso schlimmer ist es, dass mehr als die Hälfte aller Frauen ihre BH-Größe nicht kennen oder diese falsch einschätzen: Nämlich meistens zu klein!
Oft kauft Frau sich einfach immer das gleiche Modell und die gleiche Größe, die sie sich irgendwann mal ausgesucht hat, ohne jemals eine andere anzuprobieren. Eine Gewohnheit, die fatale Folgen für Rücken, Nacken und Schultern haben kann.
Hiermit möchten wir deshalb Frauen jeden Alters aufrufen, sich doch noch einmal ausführlich mit ihren Brüsten zu beschäftigen. Denn wenn man erst einmal die richtige Größe gefunden hat, wird man sich nicht mehr vorstellen können, wie man mit der alten leben konnte.
Nehmen Sie sich also ein wenig Zeit für die folgende Anleitung - es lohnt sich ganz sicher!

Obwohl es heute Dank zahlloser Berechnungsmethoden etliche Wege gibt, die eigene BH-Größe herauszufinden, besteht die beste Methode immer noch darin, einfach verschiedene BHs anzuprobieren.
Denn nicht nur, dass es von einer Firma zur anderen oft zu Größenunterschieden kommt - auch in der Form unterscheiden sich viele BHs so stark, dass man sich nicht auf eine immer gleiche Größe verlassen kann. Dazu kommt noch, dass sich die Brust mit Alter und Schwangerschaft verändert - auch hier ist also öfter mal eine neue BH-Größe erforderlich.

Der erste Schritt zur Bestimmung der richtigen BH-Größe ist daher die Wahl des Unterbrustbandes (=Umfang des BHs). Darauf sollen nämlich 90% des Gewichts der Brust liegen - und nicht auf den Trägern, wie viele Frauen fälschlicherweise annehmen.
Es sollte - mit dem weitesten Häkchen verschlossen - so eng sitzen, dass es waagerecht um den Brustkorb liegt und im Rücken nicht von den Trägern nach oben gezogen wird. Ist dies der Fall, dann ist das Unterbrustband zu groß gewählt.
Wenn man es nicht mehr als wenige Zentimeter vom Körper wegziehen kann, aber zwei Finger noch locker darunter passen, sitzt es richtig.
Der Bügel muss ebenfalls eng am Körper anliegen und genau in der Hautfalte am unteren Busenansatz sitzen.
Den BH für diesen Test am besten mit den Körbchen nach hinten anziehen, damit zu kleine oder zu große Körbchen nicht von der richtigen Einschätzung des Brustbandes ablenken.

Nun kann man zum zweiten Schritt übergehen: Der Wahl der Körbchengröße. Dafür mehrere BHs mit der richtigen Unterbrustweite aussuchen und anprobieren.
Zu Ermittlung der richtigen Körbchengröße eignen sich ungefütterte BHs mit Bügel am besten.
Beim Anziehen etwas vorbeugen, damit die Brust komplett vom Cup umschlossen wird. Zur Not durch hin- und her rücken die Brust in die richtige Position bringen.
Die Körbchen müssen die Brust vollständig umschließen - falls es zur sogenannten "Doppelbrust" kommt oder seitlich unter den Armen etwas herausquillt, sind die Körbchen zu klein. Auch wenn die Körbchen am Brustbein abstehen und nicht anliegen, ist das ein Indiz auf ein zu kleines Cup.
Tipp: Die Bügel sollten ungefähr auf die Mitte der Achselhöhle zeigen und immer direkt auf dem Brustkorb, nicht aber auf dem Brustgewebe aufliegen.
Sollte der BH an der Oberkante Falten werfen und die Brust nicht straff umschließen, ist das Cup zu groß gewählt.

Wahl der Träger: Bei großen Brüsten unbedingt schon bei der Auswahl der BHs darauf achten, dass keine zu schmalen Träger gewählt werden - sie schneiden mehr ein und können zu Schmerzen führen.
Nachdem der richtige Unterbrustumfang und die richtige Cupgröße gefunden wurden, die Länge der BH-Träger so regulieren, dass der BH bequem sitzt.
Sind sie zu lang und lassen sich nicht weiter kürzen, ist der BH nicht geeignet, da er nicht genügend Halt gibt.
Auch zu kurz sollten die Träger nicht sein - vor allem bei größeren Brüsten - denn sie sollen den BH lediglich in Position halten und nicht die komplette Last der Brust tragen.
Doch auch bei sehr straff eingestellten Trägern, darf der BH nicht am oberen Rand einschneiden und so eine Doppelbrust erzeugen. Ist dies der Fall, ist das Cup zu klein.
Trägerlose BHs sollten Frauen mit großen Brüsten (ab Cup C) generell nur sehr selten tragen, da sie nicht so gut stützen, wie Träger-BHs. Diese Stützwirkung ist allerdings notwendig, damit das Brustgewebe nicht ausleiert und die Brust länger straff bleibt.

Welcher BH für welchen Busen?

Kleine Brüste (Cup A bis B):

  • Triangel-BHs: Sie sehen wirklich nur bei kleineren Brüsten richtig gut aus - und zaubern ein sexy, jugendliches Dekolletee.
  • Trägerlose BHs: Auch sie sind vor allem Für kleinere Oberweiten geeignet, denn nur dort können sie die vorhandene Brust so richtig schön anheben und zur Geltung bringen.

 

  • Neckholder-BHs: Sie lassen das Dekolletee optisch größer erscheinen, da sie noch etwas mehr "zusammendrücken", als normale Träger-BHs
  • Balconnet-BHs: Sie eignen sich gut für kleinere bis mittelgroße Brüste, da sie ein attraktives Dekolletee auch ohne "Ritze" in der Mitte schaffen.

 

  • Halbschalen-BHs: Legen möglichst viel vom natürlichen Busen frei.
  • Büsten-Heben: Perfekt für die erotische Inszenierung kleinerer Oberweiten.

 

Grundsätzlicher Tipp: Auch, wenn man von mehr Busen träumt, nicht zu viel auspolstern, denn dicke Polster fallen bei sehr wenig Brust oft doch sehr auf. Dadurch wirkt "Frau" dann leicht weniger selbstbewusst, als wenn sie einfach zu ihren jugendlich kleinen Brüsten steht - und nur Selbstbewusstsein macht richtig sexy!

Mittelgroße Brüste (Cup B bis C):

  • Push-Up-BHs: Mittelgroße Brüste sind die idealen Kandidaten für alle Arten von Push-Ups, denn erst, wenn auch ein bischen was zu heben da ist, kommt das Dekolletee so richtig schön zur Geltung.
  • Balconnet-BHs: Auch bei mittelgroßen Brüsten sehen Balconnet-BHs toll aus, denn sie heben den Busen in Position und sorgen so für ein aufregendes Dekolletee.

 

  • ¾-Schalen-BHs: Perfekter BH für mehr Halt und ein schönes Dekolletee.

Grundsätzlicher Tipp: Nicht zu viel wollen, denn sonst wirkt es schnell angestrengt oder billig. Wenn man ständig kontrollieren muss, ob noch alles drin ist, hat man etwas falsch gemacht.

Größere Brüste (ab Cup C aufwärts):

  • Bügel-BHs: Größere Brüste brauchen mehr Halt, als ihre kleineren Schwestern. Deshalb sollte man hier grundsätzlich auf Bügel-BHs zurückgreifen. Sie bringen große Oberweiten erst so richtig gut zur Geltung.
  • Breite Träger: Sie sind besonders ab Cup D besonders wichtig, damit nichts einschneidet.

 

  • Gemoldete BHs/ T-Shirt BHs: Sie bringen große Brüste besonders schön in Form, ohne dabei aufzutragen.
  • Vollschalen-BHs: Sie geben großen Brüsten den nötigen Halt und schneiden nicht so leicht am oberen Rand ein.

 

  • Minimizer: Für alle, die ihre große Oberweite etwas zähmen oder mal wieder in ein Oberteil in Normalgröße passen wollen ist der Minimizer ideal, denn er verkleinert den Busen optisch um bis zu 2 Cupgrößen.

Grundsätzlicher Tipp: Auch, wenn ein üppiges Dekolletee beeindruckend ist, sind bei großen Brüsten Halt und Stützkraft des BHs am wichtigsten, denn eine große Oberweite führt am häufigsten zu Beschwerden, wie Rückenschmerzen oder ausgeleiertem Brustgewebe. Deshalb sollte man sich im Zweifelsfall immer für das bequemere Modell entscheiden, statt für die Schönheit dauerhafte Schmerzen in Kauf zu nehmen. Und zum Glück gibt es heute immer mehr sexy BH-Modelle für größere Größen auf dem markt.

Unterschiedlich große Brüste:
Keine Brust ist genau symmetrisch. Meist ist bei Rechtshänderinnen die rechte und bei Linkshänderinnen die linke Brust etwas größer, da man mit der jeweiligen Körperseite mehr Muskelarbeit verrichtet.
Bei sehr unterschiedlich großen Brüsten sollte man daher immer einen BH in der Cupgröße der größeren Brust wählen und das andere Cup mit speziellen Einlagen ausstaffieren.

Auf diese Dessous stehen Männer
Bei Männern aller Generationen stehen seit jeher die Klassiker besonders hoch im Kurs. So sind schwarze Dessous aus Spitze und mit verspielten Elementen, wie Schleifchen, Locheinsätzen oder Rüschen am beliebtesten. Gefolgt werden sie von weißer Wäsche, die Unschuld und Reinheit symbolisiert. Rote Dessous sind wegen ihres verruchten und aufregenden Aussehens besonders auf dem Reizwäsche-Sektor beliebt.
Baumwollunterwäsche mit Comicmotiven kommt dagegen verständlicherweise nicht so gut an.
Bei den Schnitten bevorzugt die Männerwelt denn auch eindeutig erotischere, aufreizendere Modelle, als ihre Partnerinnen häufig annehmen. So sind Strings, Büstenheben und Co. nach wie vor sehr beliebt.
Erstaunlich ist jedoch, dass nur knapp die Hälfte der Männer überhaupt besonderen Wert auf Dessous legen: Die Mehrzahl der Männer sehen ihre Frau am liebsten im Evakostüm, wo diese sich mühsam in etliche aufreizende Dessous-Teile zwängt.

Die Geschichte der Dessous: Von der Antike bis zur Moderne

Unter "Dessous" versteht man heute hauptsächlich höherwertige, edle Unterwäsche für Frauen und unter "Reizwäsche" eher solche, die speziell für erotische Zwecke gedacht ist, also provozieren soll. Im folgenden Abschnitt werde ich jedoch der Einfachheit halber für alle Arten von Unterwäsche das Wort "Dessous" verwenden - denn darum geht es ja schließlich auf dieser Homepage.
Also, los geht´s auf die Reise in die Vergangenheit der Dessous!

Dessous der Antike
Seit es die Menschheit gibt, gibt es auch das Bedürfnis, sich für das andere Geschlecht attraktiv zu machen. Im Vergleich zur Menschheitsgeschichte, gehören Dessous jedoch erst seit relativ kurzer Zeit zum Pflichtprogramm für die schönheitsbewusste Dame: Ursprünglich wurde Unterbekleidung - wenn überhaupt - lediglich aus hygienischen Gründen und zum Schutz gegen die Kälte getragen.
Ab circa 20.000 v. Chr. griffen die Frauen dann erstmals zu Korsetts aus steifen Tierhäute und begründeten damit die lange und teilweise schmerzhafte Geschichte einengender, unpraktischer Damenunterwäsche.
In der griechischen Antike diente die weibliche Unterbekleidung vor allem dazu, den Körper knabenhafter zu formen und für Männer schwerer zugänglich zu machen.
Heute stehen Dessous dagegen meist für die Befreiung der weiblichen Sexualität und für neues Selbstbewusstsein: Frauen setzen ihre Reize bewusst in Szene und kaufen sich edle Dessous hauptsächlich, um sich selber schön und attraktiv zu fühlen.
Doch bis dahin war es ein langer Weg...

Im Griechenland der Antike griffen alle Damen, die etwas auf sich hielten, zu einer Brustbinde aus Leinen, dem sogenannten Strophium. Dieses etwa 10 cm breite Band war bei bessergestellten Damen reich verziert. Es sollte die Brust jedoch nicht betonen, sondern sie im Gegenteil eher flach an den Körper pressen.
Eine weitere Binde war um die Hüften gewickelt, um die Hüften zu formen und gleichzeitig den Zugang zum Intimbereich zu erschweren.
Unter dem Gewand trug "Frau" eine Art Unterkleid, das "Chiton".
Unverheiratete Mädchen trugen vom 9. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. das Mastodeton, eine Art BH, der ebenfalls aus schmalen Bändern bestand und die Brüste abschnürte. Zusätzlich wurde der Bauch mit einer Binde abgeflacht und die Hüften mit der "Zona" eingeschnürt. Dies alles diente dazu, eine knabenhafte, jugendlich-schlanke Silhouette zu formen, die damals als Schönheitsideal galt.
Bereits 2000 v. Chr. traten vermutlich erste Formen eines die Taille formenden Korsetts auf: Archäologen haben bei Ausgrabungen Statuetten aus dieser Zeit mit auffallend schlank eingeschnürter Taille gefunden.

Die Mode des antiken Roms hat viel von der griechischen übernommen. Hier trugen die Damen ebenfalls leinene Brustbinden, um dem damaligen, flachbrüstigen Schönheitsideal zu entsprechen. Sehr große Brüste wurden schmerzhaft mit einer stärkeren Brustbinde aus Leder "in Form gebracht".
Teilweise existieren auch Abbildungen mit bikiniähnlichen Kleidungsstücken - es ist aber nicht sicher, ob sie damals zur normalen Unterwäsche gehörten oder nur zu speziellen Anlässen getragen wurden.
Auch in Rom trug man unter dem Kleid eine Art halblange Tunika, unter der die Hüften mit Binden abgeschnürt waren.
Besonders wohlhabendere Römer/innen besaßen schon damals eine Art Slip: Das sogenannte "Subligaculum" wurde von Männern wie Frauen getragen und war entweder eine Art Shorts oder aber einfach eine Stoffbahn, die in Hosenform um Hüften und Intimbereich gewickelt wurde.
Und obwohl die Römerin natürlich noch keine Strümpfe hatte - und bei der Hitze auch keine brauchte - trug sie, um die Männer verrückt zu machen, schon eine Art verziertes Strumpfband, das unter dem Gewand hervorblitzte.

Dessous im Mittelalter
Über die Unterwäsche im Mittelalter ist schon allein deshalb wenig bekannt, weil schlicht und einfach kaum welche getragen wurde: Männer trugen für gewöhnlich längere Unterhemden, die sie sich zwischen den Beinen hindurch zogen und Frauen waren - bis auf die Unterkleider - nackt unter den weiten, wallenden Röcken.
Erst im 16. Jh. kamen "untenrum" komplett geschlossene Wäschestücke auf, die sich aber erst im 19. Jh. flächendeckend durchsetzten.
Ausnahme war die sogenannte "Brouche" - eine Art weite, lange Boxershorts, die unter der Kleidung oder bei schweißtreibenden Arbeiten getragen wurde.
Frauen trugen teilweise Leinenbinden um die Brüste, da auch im Mittelalter wieder eine flache Brust modern war. Ein wohlgenährter Bauch galt dagegen bis zur Renaissance als Wohlstandssymbol und wurde nicht versteckt.
Gegen Ende des Mittelalters, ab dem 15. Jahrhundert, trugen Adelige dann geschlossene Strumpfhosen mit Schamkapsel, das Volk ging jedoch weiter "unten ohne". Das Schönheitsideal der Frau änderte sich von zur Schau gestellter Fettleibigkeit hin zur extrem schlanken Silhouette.
Die standesbewusste Europäerin trägt ab dieser Zeit ihre Miederwaren noch über der Kleidung: Mit Draht verstärkte Schnürmieder aus festem Stoff wurde über dem Kleid getragen oder waren direkt ins Kleidoberteil eingearbeitet. Sie dienten allerdings weniger dazu, die Taille weiblicher zu formen, sondern pressten den kompletten Oberkörper  in die gewünschte, konisch-schlanke Form, die nun in Mode kam.
Der "Surcot", eine Art langes, gepolstertes Unter- oder Überkleid, war ein weiterer Vorläufer des Korsetts. Es wurde vorne geschnürt und drückte die Brüste flach an.
Unter dem Gewand trugen viele Frauen dieser Zeit Stoffbinden, die der Hüfte die gewünschte Form geben sollten. Unterhosen gab es jedoch nach wie vor nicht.
Ein formendes Kleidungsstück für Männer war das Doublet - ein teilweise versteifte, kurze Überjacke, die den Oberkörper in eine besonders schlanke, männliche V-Form bringen sollte.

Dessous zur Zeit der Renaissance: "Unterwäsche" kommt in Mode
In der Renaissance war die sogenannte konische Linie mit flacher Brust für die Dame das Schönheitsideal schlechthin. Um diese unnatürliche Oberkörperform zu erreichen, kamen daher im 15./16. Jh. die ersten komplett versteiften Wäschestücke auf.
Die sogenannten "Basquines" sind die Vorläufer der ersten richtigen Korsetts. Es handelt sich dabei um ein mit Fischbein verstärktes Oberteil aus Leinen, das bis zur Halskrause reichte und kein Dekolletee zeigte. Diese neuen "Schnürleibchen" wurden nun unter der Oberbekleidung getragen, um den Körper sozusagen heimlich zu formen. Damit wurde das Korsett nach und nach zur Unterwäsche.
Dazu trug die Dame von Welt unter ihren zahlreichen Kleidern das "Vertugadin" - eine Art auf der Taille sitzenden Reifrock, der die Hüften optisch auf den vielfachen Umfang verbreiterte. Diese Konstruktionen aus Rosshaar, Stoff und Fischbein waren nicht nur schwer, sondern auch so kompliziert, dass das An- und Ausziehen extrem lange dauerte.
Deshalb und aus praktischen Gründen trugen ärmere Frauen lediglich mehrere Röcke übereinander.
Unter der Kleidung trug nun jeder, der es sich leisten konnte, Baumwollhemden- und Beinkleider/ Unterröcke, die öfter gewechselt und gewaschen wurden. Zum ersten Mal war das Tragen von spezieller Unterwäsche unter der normalen Bekleidung zum allgemein verbreiteten Standard geworden, was erheblich zur Verbesserung der hygienischen Zustände beitrug.
Ab Mitte des 16. Jh. kamen dann auch die ersten geschlossenen Unterhosen für Damen auf - endgültig durchgesetzt haben sie sich jedoch erst im 19. Jahrhundert.

Das 17. Jahrhundert: Schnürbrust & Unterröcke
Das 17. Jahrhundert stand nach der starren, hochgeschlossenen Zeit der Renaissance vor allem für elegante Weiblichkeit und mehr Bequemlichkeit. Am Anfang des Jahrhunderts bestimmte nicht mehr der Hof, sondern die Mode des reichen flämischen Bürgertums den Geschmack.
Der Reifrock verschwand in den ersten Jahrzehnten des Jahrhunderts und wich mehreren Unterröcken, die dem Körper die nun wieder moderne Fülle gab. Die Taille wurde extrem hoch angesetzt und mit einem Schnürleib in Form gebracht, sodass die Figur insgesamt tonnenförmig wirkte.
Ab Mitte des Jahrhunderts bestimmten französische Einflüsse die Mode. Die Taille rückte wieder an ihre natürliche Position und wurde mit der "Schnürbrust", einem frühen Korsett, in Form gepresst. Es wurde wieder mehr Dekolletee gezeigt und die Formen wurden weiblicher.
Meist waren die sichtbaren Kleideroberteile selbst versteift, sodass kein zusätzliches Korsett nötig war. Erst gegen Ende des Jahrhunderts wurde das Korsett endgültig zur Unterbekleidung.
Statt des Reifrocks kam der Cul de Paris (=Pariser Hintern) erstmals in Mode. Dabei handelt es sich um mehrere Lagen Stoff oder am Hintern hochgeraffte Röcke, die selbigen betonen sollten. Doch schon im nächsten Jahrhundert war wieder Schluss mit der relativ bequemen, schlichten Mode dieser Zeit.

Das 18. Jahrhundert: Extreme Dekadenz & extreme Zurückhaltung
Die Zeit des Rokoko stand vor allem für bis ins Extrem übersteigerte Weiblichkeit und Dekadenz. Der Reifrock kam wieder auf und wurde - mit Draht oder Fischbein verstärkt - auf unglaubliche Durchmesser und Formen gebracht.
Zusätzlich zeigte "Frau" mit Hilfe der ersten Mieder mit vorgeformten Schalen und speziellen Busenpolstern extrem viel Dekolletee.
Auch im 18. Jahrhundert trugen Männer wie Frauen allerdings nach wie vor keine Unterhosen: Die Unterbekleidung der Frauen bestand lediglich aus Hemden, Strümpfen und Unterröcken.
Darüber wurden konisch geformte Korsetts (damals noch "Mieder" oder "Schnürleib" genannt) getragen. Sie drückten die Brüste nach oben und zusammen und wurden nun meist hinten geschnürt. Vorne zu schnürende Korsetts gab es fast nur im süddeutschen Raum, wo sie bis heute als Kleidoberteile in der Trachtenmode vorkommen.
Obwohl nicht sichtbar, waren die Korsetts des Rokoko oft sehr dekorativ und reich verziert, wodurch man sie als erste moderne Dessous bezeichnen könnte. 
Es versteht sich natürlich von selbst, dass Frauen aus einfacheren Ständen immer noch keine solch komplizierte Unterwäsche besaßen, da sie erstens völlig unpraktisch für die Arbeit und zweitens viel zu teuer war. Sie trugen auch keinen Reifrock, sondern lediglich einige Unterröcke.
Vermutlich war die Sperrigkeit dieser Mode denn auch der Grund, warum sie gegen Ende des Jahrhunderts schon wieder anderen Formen wich:
Nicht zuletzt auch durch die französische Revolution und den Untergang der dekadenten, absolutistischen Herrscher, wurden wieder bequemere, einfachere Kleider modern.
Eine hohe Empire-Taille und die schlichten, fließende Kleider der englischen Mode bestimmten jetzt den Stil in ganz Europa. Die Taille setzte schon knapp unter der Brust an und kam daher ohne starre, konische Verschnürungen aus. Die Korsetts wurden elastisch und weniger steif und folgten insgesamt wieder mehr der natürlichen Körperform der Frau.

Das 19. Jahrhundert: Je komplizierter, desto besser
Nach einer kurzen Verschnaufpause für die Damenwelt im 18. Jahrhundert, kamen im 19. Jahrhundert erneut extrem geschnürte Oberkörper in Mode. Ab 1820 rückte die Taille wieder an die natürliche Position und Dank des technischen Fortschritts wurden stärkere Schnürungen möglich und modern: Der Designer Planchet erfand eine einfachere Schnürmethode, die größere Variationen des Taillenumfangs zuließ.
Erst jetzt ersetzte das französische Wort "Korsett" die Begriffe Schnürleib oder Mieder in Deutschland. Obwohl  nicht sichtbar, waren die Modelle oft reich verziert und bestickt.
Zur Mitte des Jahrhunderts setzte sich dann überall die "Sanduhrform" durch, die bis heute meist mit dem Korsett assoziiert wird. Um 1890 waren so extreme Einschnürungen an der Tagesordnung, dass besorgte Ärzte Alarm schlugen: Sie führten nicht selten zu Todesfällen durch Atemnot, Organverlagerungen oder sogar zu dauerhaft verengten Brustkörben.
Anfangs trug man zusätzlich zum Korsett kurze Leibchen und später wattierte Brustverbesserer - die Vorläufer des BHs.
Die Unterhosen der Frauen waren halblang, am Saum gerüscht und immer noch im Schritt offen. Dazu trug "Frau" Strumpfbänder oder die neuen, am Korsett befestigten elastischen Strumpfhalter.
Gegen Mitte des Jahrhunderts trug man darüber die "Krinoline" - eine Art Reifrock, der mit Rosshaar oder Draht verstärkt war. Von einem verlängerten Korsett gestützt, konnten die Röcke so einen Umfang von bis zu sechs Metern erreichen. Je höher der Status einer Frau war, desto mehr Unterröcke trug sie dazu: Bis zu sieben Röcke übereinander waren keine Seltenheit.
Um 1870 wurde die "Tornüre" modern. Dabei handelte es sich um ein korbartiges Drahtgebilde, das unter dem Kleid auf dem Hintern saß und den sogenannten "falschen Steiß" oder verlängerten Rücken formte: Der "Cul de Paris" wurde wieder modern und raubte der Männerwelt den Verstand.
1889 erfand Herminie Cadolle den ersten modernen BH. Wenig später gingen BHs in Serienproduktion und traten ihren Siegeszug durch die Wäscheschubladen der Frauen an.
Unterwäsche war bis Ende des Jh. fast ausschließlich aus weißem Leinen oder Baumwolle, weshalb sie bis ins 20. Jh. hinein "Weißware" genannt wurde. Auch heute ist die Farbe weiß immer noch einer der beliebtesten, wenn es um schlichte Unterwäsche geht.

Dessous der Jahrhundertwende: Korsett extrem
Als Reaktion auf die extremen und gesundheitsschädlichen Einschnürungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts, kam um die Jahrhundertwende eine neue Korsettform in Mode: Die S-Form, die Bauch und Po nach hinten und die Brust nach vorn drückte.
Doch obwohl gut gemeint, entpuppte sie sich nach kurzer Zeit als ungesünder und unbequemer, als alle Korsetts zuvor.
Trotzdem bestimmte sie die Damenmode bis kurz vor dem 1. Weltkrieg: Durch hüftlange Unterbrustkorsetts wurde der Körper in eine unnatürliche Hohlkreuz-Haltung gebracht, die den Damen zu schaffen machte und nicht selten zu Fehlstellungen führte.
Die darüber getragenen Leibchen wurden mit Polstern ausgestopft, um ein üppiges Dekolletee zu schaffen.
Dazu kamen die ersten geschlossenen Damenunterhosen auf und am Korsett befestigte Strumpfhalter, sogenannte Strapse, wurden populär.
Um die Jahrhundertwende beeinflusste der Jugendstil das Wäschedesign: Die Dessous wurden feiner und romantischer und Spitzen, farbige Satinbänder, Stickereien und verspielte Ausschnitte kamen auf. Dazu komplettierten Strumpfbänder und Hüftgürtel, sowie etliche Unterröcke den Look einer Dame von Welt. Die Unterwäsche wurde nun endgültig vom funktionalen Hygieneartikel zum erotischen Mode-Accessoire.
Doch nach mehreren Jahrhunderten hatten die Damen wohl trotzdem langsam die Nase voll von komplizierter, einengender und gesundheitsschädlicher Kleidung, denn im Jahre 1896 wurde der "Allgemeine Verein für die Vereinfachung von Damenkleidung" gegründet. Er hatte unter anderem "die Befreiung von jeglichem Druck und Einengung" zum Ziel. In Sachen Unterwäsche tat sich dennoch eine Zeit lang nicht viel.
Auf der Weltausstellung von 1900 konnte man zwar bereits Büstenhalter sehen, sie mussten aber noch in Verbindung mit einem Korsett getragen werden und waren daher noch nicht sehr begehrt.
Siegmund Londauer leitete schließlich im Jahre 1912 die erste Serienproduktion von BHs ein, die dann im 1. Weltkrieg endgültig das Korsett ablösten.

Die 1920er & 30er Jahre: Die Geburt moderner Dessous
Die Frauenbewegung, der sich ankündigende 1. Weltkrieg und revolutionäre neue Designer führten schließlich dazu, dass das Korsett noch vor Kriegsbeginn als Standard-Unterbekleidung verschwand.
Immer mehr Frauen mussten arbeiten, um die Familie im Krieg zu versorgen und brauchten dafür mehr Bewegungsfreiheit.
Die Hersteller reagierten auf diese neuen Bedürfnisse und brachten weniger einschnürende Korseletts mit elastischen Einsätzen auf den Markt.
Nach dem Krieg beherrschte dann der androgyne Garcon-Look den Modegeschmack: Nun sollten weibliche Rundungen möglichst versteckt werden. Dazu flachten spezielle Büstenhalter die Brust und Hüfthalter den Hüftbereich ab. Die Taille konnte dagegen ruhig so bleiben, wie sie war, weshalb Korsetts und Korseletts in dieser Zeit komplett an Bedeutung verloren.
Die Zeit der schweren Unterwäsche war nun endgültig vorbei: Wäsche sollte nicht mehr auftragen, sondern wie eine zweite Haut sein und die natürliche Körperform unterstützen. Der BH setze sich als wichtigstes Wäscheoberteil durch. Dazu trug "Frau" meist noch ein langes, elastisches Mieder, das die Hüftpartie formte.
1933 kam der erste elastische Hüftgürtel aus Tüll auf den Markt und zum ersten Mal wurden Metallbügel zur Unterstützung großer Brüste in die BHs eingearbeitet. Endlich kam auch farbige Unterwäsche auf und löste das immer gleiche weiß ab: Vor allem Pastelltöne in allen Variationen sorgten dafür, dass die Unterwäsche immer modischer wurde.
Zu den kürzer werdenden Kleidern trug die modebewusste Frau schwarze, weiße oder hautfarbene Feinstrümpfe, die teilweise mit bunten Mustern bestickt waren.
Insgesamt ist in dieser Zeit also ein klarer Trend von der Funktionswäsche hin zu Dessous erkennbar.

Die 40er & 50er Jahre: Dessous-Boom durch Weiblichkeit und Bequemlichkeit
Ab 1947 waren wieder Taille und Dekolletee erlaubt: Mit der "Wespentaille" bestimmte Dior den neuen, weiblichen Look ("New Look") und sorgte so für einen kurzzeitigen Boom der Korsettindustrie. Die "Guêpière", ein formendes Taillenkorsett mit angesetztem Balconnet-BH , wurde zum modischen Muss.
Es kam jedoch schon Mitte der 50er Jahre mit den neuen Hosen für Damen wieder aus der Mode: Nun trug Frau elastische Hüfthalter, die vor allem diese Körperpartie formten. Die Taille blieb aber schlank.
Statt eines langen Unterhemdes, trug man nun zarte Unterkleider über den Miederwaren und eng anliegende Schlüpfer darunter. Damit war die Damenunterwäsche endlich komplett.
Bei den Büstenhaltern wurden die Körbchen unterhalb der Schalen nun immer öfter mit Metallbügel verstärkt, um die Brüste besser zur Geltung zu bringen. Dank neuartiger Stretchmaterialien erreichen die BHs so eine völlig neue Qualität.
1955 kamen drahtverstärkte Bustiers in Mode, die die schlanke, hohe Taille besonders schön hervorhoben. Dazu trugen vor allem junge Frauen den Petticoat, einen mehrlagigen, schwingenden Unterrock aus Tüll oder Rüschen.
Durch die modernen Schnitte, besseren Materialien und den höheren Tragekomfort, setzte ein wahrer Dessous-Boom ein. Die ersten Kollektionen speziell für junge Mädchen entstanden und die Unterwäsche wurde immer feiner und raffinierter.

Die 60er Jahre: BH und Slip sind der Hit
Im krassen Gegensatz zur verführerisch-raffinierten Dessousmode der 1950er Jahre, stand die funktional-bequeme Unterwäsche des folgenden Jahrzehnts: Die modebewusste Frau der 60er Jahre war leichter bekleidet und zog wesentlich weniger Dessous an, als in den Jahren zuvor.
Mit dem Minirock kamen elastische Strumpf- und Miederhosen statt Hüfthalter und Strapsstrümpfen auf.
Die heute selbstverständliche Standard-Kombination aus knapp geschnittenem BH und Schlüpfer entstand ebenfalls in dieser Zeit.
Im Jahre 1961 kam der erste echte Push-Up-BH auf den Markt - der richtige Wonderbra-Boom setzte aber erst in den 1990ern ein.
Die Frauenbewegung der späten 60er und frühen 70er Jahre machte es der Wäscheindustrie schwer, wie nie: Frauenrechtlerinnen empfanden das Tragen von starren BHs als "sexistische Unterdrückung der Frau" und "Freiheitsberaubung" und zwangen die Industrie mit öffentlichen BH-Verbrennungen zum Handeln.

Die 70er Jahre: Weniger ist mehr
Als Folge der Emanzipation waren die Dessous der 1970er alles andere, als formend oder einengend: Hauchdünne Stoffe aus Nylon, Tüll und leichter Baumwolle waren die dominierenden Materialien.
Der schlanke, androgyne Frauentyp war wieder gefragt und kleinere, natürliche Brüste modern. Sie brauchten denn auch nicht stark gestützt werden, sodass BHs und Slips so klein und leicht wurden, wie nie zuvor.
Mieder, Hüfthalter und Hüftgürtel fielen komplett weg, die Slips saßen auf der Hüfte und die ersten Sport-BHs wurden entwickelt.
Lycra und elastische Baumwollstoffe sorgten zusätzlich für mehr Bequemlichkeit und waren besonders bei jungen Mädchen beliebt - richtig sexy wurde Unterwäsche erst wieder in den 1980ern.
 
Die 80er: Der Tanga wird geboren
Wie so oft in der Mode, folgte in den 1980er Jahren auf die sehr schlichten Dessous der 70er wieder eine Phase mit extravaganten, aufwendigeren Designs und neuen Dessous-Experimenten.
Madonna sorgte Ende der 80er mit ihren Auftritten in Gaultier-Korsagen für das Comeback des Korsetts - diesmal aber wieder als Oberbekleidung.
Daneben dominierten asymmetrische Muster, Stoffe aus Kunstfasern und grelle Farben die Dessousmode.
Slips mit hohem Beinausschnitt wurden für Männlein wie Weiblein modern.
Das Jahr 1982 gilt als das Geburtsjahr des Tangas. Er wurde aus der brasilianischen Bademode übernommen und war in den Folgejahren auch in Deutschland das modische Must-Have schlechthin - und zwar für Männer UND Frauen.
Beeinflusst von der US-Aerobic-Welle, kam auch der Body in Mode, denn er schmeichelt der Figur und hat den Vorteil, dass sich kein Übergang von Slip und Unterhemd unter der Kleidung abzeichnet.
Männerbodys setzen sich - bis auf eine kurze Phase in den 90ern -allerdings nie wirklich durch, da sie nicht im Schritt zu öffnen und daher eher unpraktisch sind.
Auch speziell für erotische Zwecke gedachte Reizwäsche, wie sie heute noch beliebt ist, kam in den 80ern vermehrt auf. Dazu gehören Catsuits aus Nylon oder Lycra, Strapse & halterlose Strümpfe in allen erdenklichen Farben und Dessous-Ensembles aus Spitze und Netzgewebe.

Die 90er: Das Jahrzehnt des Wonderbra
Während in den 60er und 70er Jahren schlanke, knabenhafte Frauen mit kleinen Brüsten und dementsprechend schlichte Dessous modern waren, sind in den 1990er Jahren wieder weibliche Rundungen erlaubt und gewünscht. Um diese richtig in Szene zu setzen, wurden die Dessous daher wieder verspielter, luxuriöser und weiblicher.
Der Wonderbra kam auf und sorgte erneut für einen wahren Dessous-Boom: Nun konnte jede Frau sich ein üppiges Dekolletee zaubern, ohne gleich zum Chirurgen zu laufen. Dazu gab es passende Höschen aus verspielter Spitze & Co.
Auch dezente Baumwollunterwäsche mit Stretch war wieder modern, wurde aber mit neuen Farben und elastischen Spitzen aufgepeppt: Der Calvin-Klein-Look wurde stilgebend.
Gegen Ende der 90er trat der String einen Siegeszug an, der bis heute fast unvermindert anhält.

Heute: Erlaubt ist, was gefällt!
Nach einem langen und aufregenden Weg durch die Epochen, sind die Dessous in der Gegenwart angekommen. Und soviel ist sicher: Heute sind sie schöner, vielfältiger und exklusiver, als je zuvor.
Ob Korsett, Strapse, BH oder Corsage, ob Neglige, Catsuit oder String: Heute ist alles erlaubt, was gefällt und anmacht. Liebhaber der verschiedenen Stilrichtungen und Dessous-Varianten finden in Spezialgeschäften alles, was das Herz begehrt und immer neue Materialien und Designs vergrößern die Auswahl täglich.
Häufig werden traditionelle Dessous auch als "Drüber" getragen. So ist z.B. eine Corsage oder ein Taillenkorsett über der Bluse heute schon bürotauglich - und auf den Bühnen dieser Welt tragen Stars bei ihren Auftritten Catsuits aus Lack & Latex.
Ein besonderer Trend der letzten Jahre ist das "Revival" der Dessous der Jahrhundertwende in der Light-Version: Schon seit einiger Zeit sieht man wieder Mieder, Hüftgürtel & Co. aus luxuriösen Stoffen im verruchten Burlesque-Look. Luxuriöser Tüll, Rüschen, Strasssteinchen und Stickereien setzen zusätzlich verspielte erotische Akzente und erinnern an die aufregende Mode französischer Kurtisanen des 19./ 20. Jahrhunderts.

Heute kaufen sich Frauen ihre Dessous nicht mehr, um ihren Körper einem bestimmten Modetrend entsprechend zu formen, sondern um sich selbst erotisch und sexy zu fühlen. Die Wäsche soll dabei sowohl bequem, als auch hochwertig und verführerisch sein und der Trägerin Selbstbewusstsein verleihen. Auf diese Bedürfnisse reagiert der Markt mit ständig neuen Modellen in allen Preisklassen und Designs: Heute gibt es passende Dessous für jeden Geschmack - egal, wie schmal der Geldbeutel oder wie üppig der Umfang.
Als junge Frau kann man also wirklich froh sein, in der heutigen Zeit zu leben, denn so vielfältig und gleichzeitig so erotisch, wie heute, war Wäsche zuvor noch nie!